Zertifizierungsordnung der DGzPRsport e.V. 

Fassung vom 25.5.2018

Regelung zur Erlangung der Mitgliedschaft und der Zertifizierung zum geprüften Experten der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport e.V.

Präambel 

Die DGzPRsport e.V. ist eine zahnmedizinische Fachgesellschaft, die wissenschaftliche und fachliche Aufgaben auf dem Gebiet der Betreuung von Spitzensportlern übernimmt. Sie koordiniert spezifische Betreuungskonzepte und organisiert und zertifiziert fachliche Weiter- und Fortbildungen von Ärzten, Zahnärzten und Physiotherapeuten.

Ziel der Gesellschaft ist die dauerhafte und nachhaltige Leistungssteigerung von Spitzensportlern durch gesunderhaltende und gesundheitsfördernde zahnärztliche Betreuungskonzepte. Im Fokus stehen hierbei z.B. Maßnahmen zur Entzündungs-prävention und Strukturprophylaxe des stomatognathen Systems sowie die Verbesserung leistungsrelevanter Parameter des craniomandibulären Funktionskomplexes. 

Die DGzPRsport e.V. versteht sich als lernende Gemeinschaft. 

Sie kann Mitglieder durch Zertifizierung zum „geprüften Experten für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport“ ernennen, sofern diese erkennbares Interesse zeigen, die Ziele der DGzPRsport e.V. aktiv zu unterstützen und die fachliche und charakterliche Eignung nachweisen.

Die Ernennung ist an die Mitgliedschaft in der DGzPRSport gebunden. Bei Austritt oder Ausschluss erlischt die Gültigkeit der Ernennung zum „geprüften Experten für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport“ automatisch. 

Ziel der Zertifizierung 

Vorrangiges Ziel der Zertifizierung ist, die qualitätsgesicherte, im Bundesgebiet flächendeckende zahnmedizinische Betreuungssicherheit von Spitzensportlern durch entsprechend zertifizierte Mitglieder/Mitgliedspraxen, die ein auf die speziellen Bedürfnisse von Spitzensportlern fokussiertes Behandlungskonzept praktizieren und beherrschen, zu gewährleisten. 

Die DGzPRsport e.V. schafft mit der Zertifizierung Ihrer Mitglieder die organisatorische Voraussetzung, dass ihre Ziele im Sinne einer qualitätsgesicherten zahnärztlichen Betreuung auf fachlich hohem Niveau durch wissenschaftlich evidente Methoden umgesetzt werden

Voraussetzungen für die Zertifizierung zum „geprüften Experten für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport“ der DGzPRsport e.V 

Erlangung der Mitgliedschaft in der DGzPRsport e.V.

Es wird zwischen Bewerbern, Mitgliedern, zertifizierten Mitgliedern, korrespondierenden, fördernden Mitgliedern und wissenschaftlichen Beiräten differenziert.  

A. Bewerber-Status: 

Um eine Mitgliedschaft kann sich jeder Student der Zahnmedizin, jeder Zahnarzt/ Zahnärztin oder Arzt/Ärztin, jeder Angehörige von medizinischen Hilfsberufen bewerben, sofern er/sie gewillt ist, die Ziele der DGzPRsport e.V. mitzutragen. In Ausbildung befindliche Personen oder Studenten verbleiben bis zum Abschluss ihrer Berufsausbildung oder bis zur Erlangung der Approbation im beitragsfreien Mitgliedsstatus. Sie entrichten keine oder reduzierte Mitgliedsbeiträge.
Bewerbern soll durch geeignete Famulaturen in den zertifizierten Praxen, Einblick in Arbeit und die Betreuungskonzepte der DGzPRsport e.V. gestattet werden. Nach Erlangung der Approbation oder nach Abschluss der Berufsausbildung ist dies dem Vorstand zu melden. Der Vorstand bestätigt den Wechsel von der beitragsfreien zur beitragspflichtigen Mitgliedschaft.

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B. Bewerber-Status (Anwartschaft auf Mitglieder-Status): 

Der Bewerber verbleibt bis zur schriftlichen Bestätigung durch den Vorstand im Bewerberstatus 

 

C. Wechsel des Bewerber-Status in den Mitglieder-Status 

Nach Eingang des schriftlichen Antrages zur Aufnahme in die DGzPRsport (Bewerbung), wird der Antrag durch den Vorstand geprüft und sofern keine gewichtigen, nachvollziehbaren Gründe bestehen auf stattgegeben.

Das aufgenommene Mitglied hat die einmalige Aufnahmegebühr und den Jahresbeitrag auf das Konto der DGzPRsport zu entrichten. Erst nach Eingang der Aufnahmegebühr und des Jahresbeitrages ist die Mitgliedschaft rechtskräftig.

 

 

 

D. Zertifiziertes Mitglied der DGzPRsport e.V. 

Mitglieder können zum „geprüften Experten für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport“ ernannt werden.

Voraussetzung für die Zertifizierung zum „geprüften Experten für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport“ sind folgende Bedingungen:

  1. Eine 12 monatige Mitgliedschaft im Mitglieder-Status in der DGzPRsport e.V. 
  2. Die Teilnahme an mindestens 2 Fortbildungsveranstaltungen der DGzPRsport e.V. 
  3. Das Bestehen einer schriftlichen Zertifizierungsprüfung.
  4. Einer Vortragsveranstaltung ( näheres siehe unten) oder der erfolgreichen Teilnahme an einer durch die IASD ( Int. Ass. of Sports Dentistry) anerkannten Fortbildungsreihe in Form eines Curriculums mit Abschlussprüfung.
  5. Der Nachweis eines geeigneten ursachenorientierten Präventionskonzeptes.

Das Mitglied muss zur Erlangung der Bezeichnung „geprüfter Experte für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport“ mindestens 12 Monate den Mitglieder-Status Mitglied der DGzPRsport e.V. innehaben. Er hat sich einer schriftlichen Zertifizierungsprüfung zu unterziehen und die Umsetzung eines ursachenorientierten Präventionskonzeptes in seiner Praxis nachzuweisen. 

Die Fragen der schriftlichen Zertifizierungsprüfung erstellt der Zertifizierungsausschuss zusammen mit den benannten wissenschaftlichen Beiräten. Sie sollten thematisch auf der Basis aktueller medizinischer Kenntnisse und Konzepte gestellt werden. Die wissenschaftlichen Stellungnahmen der jeweiligen Fachgesellschaften der DGzMK bilden bei der Beantwortung der Fragen die Referenz. Sie haben Bereiche wie Parodontologie, Traumatologie, Endodontie, Implantologie, zahnärztliche Prothetik, fachübergreifende Themen abzubilden. Bestanden ist die schriftliche Prüfung mindestens mit einem befriedigendem Ergebnis. Bei Nichtbestehen kann der Kandidat die schriftliche Prüfung innerhalb von 12 Monaten wiederholen. Der Termin für die Nachprüfung sind mit dem Zertifizierungsausschuß abzustimmen. 

Jeder Kandidat muss ein ursachenorientiertes, zertifiziertes Präventionskonzept nachweisen. Der Nachweis ist über Dokumentation von 20 Patientenfällen durch die Verlaufskontrolle eines geeigneten Entzündungsindex zu erbringen. Die Verlaufskontrollen sollen den Ausgangsbefund, die erste Verlaufskontrolle nach 3 Wochen und die zweite Verlaufskontrolle frühestens 3 Monate nach der 2. Verlaufskontrolle dokumentieren.

Die Daten sind in Tabellenform übersichtlich zu präsentieren. Die Patientennamen sind annonymisiert durch Nennung des Anfangsbuchstaben des Vor- und Nachnamens zu dokumentieren.

Vortragsveranstaltung

Das Ziel der Vortragsveranstaltung ist es, sich auch fachlich bei den Mitgliedern bekannt zu machen. Das Thema sollte sich an den Zielen und Ausrichtung der Gesellschaft orientieren. Es sollten jedoch nur aktuelle, wissenschaftlich anerkannte und abgesicherte Themen berücksichtigt werden. Es können sowohl (eigene) wissenschaftliche Studien als auch Behandlungsfälle präsentiert werden. Die Behandlungsfälle sollen das fachliche Niveau und das Praxiskonzept des Kandidaten darstellen und erkennbar werden lassen. 

Sind begründete, nachvollziehbare Zweifel an der fachlichen oder charakterlichen Eignung des Bewerbers zu erkennen, haben die Mitglieder die Pflicht, dies unverzüglich zu äußern. 

Richtlinien für Fallpräsentationen: 

  1. Die Präsentation soll mindestens 3 Behandlungsfälle beinhalten. 
  2. Jeder Fall soll einen unterschiedlichen Aspekt beleuchten.
  3. Die Präsentation darf 30 Minuten nicht ü̈berschreiten.
  4. Die Fälle müssen die Ausgangssituation, das Endergebnis und zumindest eine Verlaufskontrolle nach 6 Monaten darstellen. 

5. Jeder präsentierte Fall beinhaltet:
-die Anamnese, Parodontalbefund, Röntgenbefund (periapikal und Bissflügel),
-die spezifische Diagnose (Zahn für Zahn),
-die Behandlungsplanung und
-die fotografische Dokumentation, der von dem Kandidaten eigenhändig  durchgeführten, wesentlichen klinischen Behandlungsschritte. 

6. Die klinischen Bilder sollen das umgebene Weichgewebe klar darstellen.
7. Die gezeigten Verfahren sollen, wo möglich, durch Literaturhinweise unterstützt und mit guter Kenntnis und Verständnis der relevanten Literatur untermauert werden.
8. Die präsentierten Fälle sollen die tägliche Praxis des Kandidaten repräsentieren. Eigenwerbung und Angeberei sollen vermieden werden.
9. Für den Vortrag ist auf ein angemessenes Äußeres zu achten. Der Respekt vor dem Auditorium muss erkennbar sein. 

Am Ende der Vortragsveranstaltung in der Praxis und nach bestandener schriftlicher Prüfung, kann der Kandidat durch die anwesenden zertifizierten Mitglieder durch Abstimmung als zertifiziertes Mitglied der DGzPRsport bestätigt werden. 

Bevor die Mitgliederversammlung den Wechsel vom Mitglieder- in den zertifizierten Mitglieder-Status nicht einstimmig bestätigt hat, besteht der Mitglieder-Status als Anwartschaft auf  die zertifizierte Mitgliedschaft weiter. 

 

Dauer der Gültigkeit der Zertifizierung und Zertifizierungsprolongation 

Die Zertifizierung ist 6 Jahre gültig. Danach muss sie formal erneuert werden. Hierzu gibt es 2 Varianten: 

  1. Der Zertifizierte legt mindestens fünf neue, gut dokumentierte Fälle von Behandlungen von Spitzensportlern vor. 
  2. Der Zertifizierte kann mind. 8 Teilnahmen an Teamtraining-Veranstaltungen der Gesellschaft innerhalb der 6 Jahre nachweisen. Dabei sollte er mindestens eine Teamtraining-Veranstaltung pro Jahr besuchen.

In beiden Varianten entscheidet der Zertifizierungsausschuß über die Erneuerung/ Prolongation der Zertifizierung. 

Kommt der Zertifizierungsausschuß nach 6 Jahren zu der Einschätzung, dass der Zertifizierte keine der obigen Anforderungen mehr erfüllt, so erlischt die Zertifizierung automatisch. Das Erlöschen ist dem Betroffeneren Mitglied schriftlich mitzuteilen. Von diesem Tag an ist es dem nun nicht mehr Zertifizierten untersagt, vom Zertifikat („Ernennung zum geprüften Experten für zahnärztliche Prävention und Rehabilitation im Spitzensport“ ) in jedweder Form Gebrauch zu machen und sich als solcher zu bezeichnen. 

Aufgrund seiner besonderen Bedeutung soll sich das zertifizierte Mitglied verantwortungsvoll gegenüber Bewerbern, Kandidaten und Mitgliedern und Aussenstehenden verhalten. Auch in seiner Außendarstellung sollte sich das zertifizierte Mitglied seiner besonderen Stellung als Repräsentant der DGzPRsport e.V. bewußt sein. Sollte ein Mitglied / zertifiziertes Mitglied durch sein Verhalten oder/und sein fachliches Handeln dem Ruf der DGzPRsport e.V. ersthaft schaden oder gefährden, kann der Vorstand in einfacher Mehrheit den Ausschluss des Mitgliedes aus der DGzPRsport beschließen, um weiteren Schaden von der DGzPRsport e.V abzuwenden.

 

 

E. Korrespondierendes Mitglied: 

Korrespondierende Mitglieder können Personen aus anderen medizinischen Fachbereichen werden (Sportärzte, Orthopäden, Physiotherapeuten etc.), die sich besondere Verdienste auf dem Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft erworben haben. Eine gesonderte Aufnahmeprüfung ist nicht notwendig. Ein Fachvortrag wäre wünschenswert. Eine befürwortende Einstimmigkeit bei der Mitgliederversammlung ist in jedem Fall erforderlich. 

 

F. Förderndes Mitglied 

Förderndes Mitglied kann jede natürliche oder juristische Person werden. Fördernde Mitglieder haben jedoch keine Entscheidungs- oder Abstimmungsbefugnisse. Ihre Aufnahme regelt die Vereinssatzung. 

 

G. Wissenschaftliche Beiräte

Zu wissenschaftlichen Beiräten können habilitierte Mediziner und Zahnmediziner ernannt werden, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet herausragende Kenntnisse erworben haben und einer Forschungs- und Lehrtätigkeit an einer Hochschule nachgehen.

 

 

Änderung der am 02. Oktober 2016 geänderten Zertifizierungsordnung der DGzPRsport.

 

Die Änderung wurde im Rahmen einer Mitgliederversammlung am 25.5. 2018 in Freiburg i.Br. mehrheitlich beschlossen und durch den Vorstand bestätigt und ersetzt die Fassung vom 2. Oktober 2016.